Südumgehung endgültig beschlossen
Bad Mergentheims neuer OB Lothar Barth legte sich gleich zu Beginn seiner Amtszeit mächtig ins Zeug. Kaum dass die Anhörung der Bürgerschaft vorüber war, ließ er den Gemeinderat über die Bebauungspläne "Südumgehung" und "Südumgehung Ausgleichsmaßnahmen" abstimmen. In seiner Sitzung vom 17. Juli 2003 schmetterte der Gemeinderat alle Einsprüche aus der Bürgerschaft gegen diese umweltfeindliche und verkehrlich unsinnige Umgehungsstraße ab. Lediglich die Grünen sowie eine SPD-Stadträtin stimmten mit Nein. CDU-Stadtrat Martin Wagner enthielt sich.
Von ihrer vorgefassten Meinung zugunsten der Südumgehung ließ sich die Gemeinderatsmehrheit weder von Sachargumenten, noch von der Stimmung in der Bevölkerung abbringen. In einer repräsentativen Umfrage der Tauber-Zeitung (siehe TZ vom 02.07.2003) hatte sich gezeigt, dass lediglich 55% der Einwohner für die Südumgehung sind, während sie von 37% abgelehnt wird. Die Gegner des Straßenbauprojekts sind somit nicht nur in den Reihen von Grünen und Umweltschützern zu finden, sondern auch unter den WählerInnen anderer Parteien. Bei den 18- bis 29-jährigen MergentheimerInnen überwiegt sogar die Ablehnung! 51% dieser Altersgruppe sagen Nein zur Südumgehung und nur 45% wollen sie haben. Diejenigen, die diese Straße einmal erleben werden, lehnen sie also mehrheitlich ab.
Leider sind die planungsrechtlichen Grundlagen für den Straßenbau jetzt geschaffen worden. Von Seiten des Stadtrats gibt es nun keine Möglichkeit mehr, ihn zu verhindern. Was bleibt ist die Hoffnung, dass der Bund kein Geld mehr dafür haben wird oder dass BürgerInnen, deren Einspruch von der Stadt abgewiesen wurde, die Bebauungspläne vor Gericht anfechten.

