Was wäre wenn ...
... die Konzepte der Grünen in Bad Mergentheim realisiert würden? Woran Sie das erkennen könnten, fragen Sie? Da gibt es eine Menge zu erzählen.
Lebendige Altstadt
Die Bad Mergentheimer Innenstadt ist belebt. Auf den Straßen und Plätzen flanieren FußgängerInnen, Kinder spielen und Menschen erledigen entspannt ihre Besorgungen. Wo früher Autos fuhren und parkten, laden heute Straßen-Cafes zu einer Pause, zum Genießen von Kaffee und Kuchen ein. Der Mergentheimer Einzelhandel präsentiert sein Angebot bei trockenem Wetter auch vor der Ladentüre. Auf den zahlreichen Plätzen der Stadt finden Veranstaltungen, jetzt "events" genannt statt, die Menschen in die Stadt locken. Eine ausgedehnte Fußgängerzone mit dem Flair ihrer historischen Gebäude vermittelt der ganzen Familie ein Einkaufserlebnis, das kein Supermarkt oder factory-outlet-center auf der grünen Wiese bieten kann. Es gibt keine Bordsteine mehr, die für Eltern mit Kinderwagen ebenso ein Hindernis darstellen wie für RollstuhlfahrerInnen. Vorbei sind die Zeiten der schmalen Gehwege, auf denen keine zwei Menschen aneinander vorbeigehen konnten, da auf ihnen auch noch die Parkuhren für die Autos Platz finden mussten. Vorüber ist die Angst der Eltern, dass ihre Kinder überfahren werden, Vergangenheit der ängstliche Blick nach links und rechts, ob nicht ein Auto herangerast kommt. Erreicht wird die Stadt zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit der Bahn oder dem Stadtbus, der im Halbstundentakt verkehrt und seine Fahrgäste mitten im Zentrum absetzt. Ein Lieferservice bringt Ihre Einkäufe bis in Ihre Wohnung. Sie brauchen keine schweren Lasten zu schleppen. Schließfächer stehen zur Verfügung, in denen Sie Gegenstände vorübergehend sicher unterbringen können, während Sie durch die Stadt bummeln. Mit dem Bus oder Anruf-Sammeltaxi kommen Sie auch abends nach einem Kino- oder Kneipenbesuch noch nach Hause. Ein Anruf bei der Mobilitätszentrale genügt, von dort wird alles organisiert. Alles aus einer Hand, niemand muss mehr kryptische Fahrpläne lesen oder bei mehreren Stellen anrufen, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln an sein Ziel zu kommen. Barrierefreie Zugänge zu allen öffentlichen Einrichtungen ermöglichen es auch Behinderten, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, ohne ständig fremde Hilfe zu benötigen.
Energiewende
Die Bad Mergentheimer Hauseigentümer haben in die Verbesserung der Wärmedämmung investiert und sparen jetzt Heizkosten. Das Erneuerbare Energien Gesetz der rot-grünen Bundesregierung hat Fotovoltaik-Anlage rentabel gemacht. Auf nahezu jedem Hausdach sind Sonnenkollektoren, die Warmwasser oder Strom erzeugen. Clevere Mergentheimer ließen sich die kostendeckenden Preise für Solarstrom nicht entgehen. Unterstützt werden sie dabei von den Stadtwerken. Diese bezahlen dank des Erneuerbare Energien Gesetzes der Bundesregierung den Besitzern von Photovoltaik-Anlagen eine kostendeckende Vergütung von 0,54 €/KWh für den Strom, den sie ins Netz einspeisen. Es gibt etliche Blockheizkraftwerke, die Strom und Wärme gleichzeitig erzeugen. Dies alles hat den Handwerksbetrieben der Stadt volle Auftragsbücher beschert und deren Arbeitsplätze gesichert. Der Rückgang des Autoverkehrs und die Einsparung bei Öl und Gas haben die Luftqualität in der Stadt deutlich verbessert. Das Prädikat "Bad" ist nicht mehr durch Autoabgase in Gefahr.
Ökologische Bauleitplanung
Mit Grund und Boden wird sparsam umgegangen. Industriebrachen und Baulücken werden genutzt, bevor Neubaugebiete ausgewiesen werden. Die Flächenversiegelung wird so gering wie möglich gehalten indem Dächer begrünt und asphaltierte Flächen entsiegelt werden. Dazu beigetragen hat eine gesplittete Abwassergebühr, deren Höhe sich nicht mehr allein am Trinkwasserverbrauch, sondern auch an der Größe der versiegelten Fläche orientiert. Niedrigenergiebauweise ist durch entsprechende Verträge beim Grundstücksverkauf durch die Stadt zum Standard geworden.
Neues Leitbild
Weil keine Autos mehr durch die Altstadt fahren, ist es dort ruhig. Die Luft ist so gut wie seit langem nicht mehr, was sich auch bei Touristen herumgesprochen hat. Sie kommen, um sich in dieser Atmosphäre zu erholen und ihre Gesundheit zu fördern. Die hohe Kompetenz der Bad Mergentheimer Gesundheitseinrichtungen lockt Besucher. Von der Stadtverwaltung wurde die Entwicklung eines neuen Leitbildes angestossen. Am runden Tisch haben sich die Leistungsanbieter der Stadt zusammen gefunden, um gemeinsam ein neues Leitbild zu entwickeln. Einzelhandel und Gastronomie, Kliniken und Sanatorien, Selbsthilfegruppen und Vereine wollen aus Bad Mergentheim eine Gesundheitsstadt machen. Weil alle einbezogen wurden und ihre Ideen eingebracht haben, tragen sie die Ergebnisse mit und setzen sie um. Erstes Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist ein Gütesiegel, das in Bad Mergentheim an allen Ecken und Enden zu sehen ist. In jeder Gaststätte gibt es Gerichte aus ökologisch erzeugten Lebensmitteln der Region, die den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung entsprechen. Auf jedem Fest werden gesunde Alternativen zu den herkömmlichen Speisen und Getränken angeboten. Landwirte aus der Umgebung liefern direkt in die Kliniken, Sanatorien und Gaststätten und erhalten dadurch einen angemessenen Preis für ihre Arbeit. Sie bekommen Geld für ihre Ware, statt einer Entschädigung als Landschaftspfleger. Die Hoteliers haben sich auf gesundheitsbewusste Touristen ebenso eingestellt wie auf Familien mit Kindern. Das Taubertal war schon länger ein Anziehungspunkt für Radtouristen. Jetzt sind auch die weitgehend unbekannten Seitentäler und Mergentheimer Ortsteile in ein Radwegenetz einbezogen, auf dem sich ein mehrtägiger Radurlaub verbringen lässt.
Frauen nach vorn
Verändert hat sich das Gesicht der Stadtverwaltung. Frauen sind nicht nur in den niedrigen Gehaltsgruppen, sondern auch an der Spitze zu finden. Im Gemeinderat gibt es ebenso viele Frauen wie Männer, die dafür sorgen, dass die Interessen von Frauen nicht länger untergebuttert werden. Der Frauenförderplan steht nicht nur auf dem Papier, sondern wird aktiv umgesetzt.
Platz für Jung und Alt
Für den Jugendgemeinderat sind jetzt auch Ausländer aus Nicht-EU-Staaten aktiv und passiv wahlberechtigt. Sie werden nicht länger ausgegrenzt und durch ihre Beteiligung in die Verantwortung genommen, die Lebensbedingungen in der Stadt mit zu gestalten. Die Mehrzweckhalle Stadtgarten wird Jugendlichen für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt.
Stand: 04.10.2009

